Grundlagen
Bezugnehmend auf die hier veröffentlichten Lerneinheiten für die Schule wollen wir ein paar Grundlagen zu den Themen Verbrennung, Löschen und Notruf geben.
Diese Grundlagen sind kurz und knapp gefasst und können als Hintergrundwissen für den Unterricht verwendet werden. Bei Unklarheiten oder weiterführende Fragen können sie sich jederzeit über unser
Kontaktformular an uns wenden.
Folgende Themen werden hier aufgegriffen:
Feuer - eine chemische Reaktion
Brennstoffe und potentielle Brennstoffe
Definition der Brandgefahr
Vorbeugende Maßnahmen gegen Brände, richtiges Verhalten bei Brand
Alarmierung der Feuerwehr
Feuer - ein chemische Reaktion
Feuer ist die Oxidation eines Stoffes, die so schnell verläuft, dass sie unter Flammenbildung vor sich geht. In dieser Definition sind die Voraussetzungen für den Verbrennungsvorgang genannt:
- Stoff der oxidieren kann (brennbarer Stoff)
- Stoff, der die Oxidation bewirkt (z.B. Sauerstoff)
- Temperatur, die ausreicht, damit der Oxidationsvorgang mit Flamme abläuft (Zünd- bzw. Brenntemperatur)
Die Voraussetzungen werden auch als Verbrennungsdreieck bezeichnet.
Der Einfachheit halber werden hier nur Verbrennungen mit Sauerstoff behandelt. Die Geschwindigkeit der Verbrennung ist wesentlich abhängig vom Sauerstoffgehalt. In der Luft ist Sauerstoff zu ca. 21% enthalten. Unterhalb eines Sauerstoffgehaltes von 15% ist unter normalen Bedingungen grundsätzlich keine Verbrennung mehr möglich.
Brennstoffe und potentielle Brennstoffe
Die brennbaren Stoffe lassen sich unterteilen in
- Brennstoffe, die zur Wärmeerzeugung verbrannt werden,
- Potentielle Brennstoffe, die eine andere Aufgabe haben, jedoch auch brennen können, also Dinge des täglichen Lebens.
Brennstoffe sowie potentielle Brennstoffe lassen sich nach ihren Aggregatzuständen unterteilen in
- Fest
- Flüssig
- Gasförmig
Während gasförmige Stoffe direkt verbrennen können, müssen brennbare, flüssige Stoffe erst in ihren gasförmigen Aggregatzustand überführt werden. Brennbare, feste Stoffe bilden Gase, die verbrennen oder si können direkt durch glühen oxidieren.
Definition der Brandgefahr
Die Zündtemperatur wird durch Zündmittel geliefert. Man kann unterscheiden:
- Zündmittel, deren Aufgabe es ist, Zündtemperaturen zu liefern (z.B. Streichhölzer)
- Potentielle Zündmittel, deren eigentliche Aufgabe in der täglichen Verwendung eine andere ist (z.B. Kerze). Die potentiellen Zündmittel dienen meistens der Licht- oder Wärmeerzeugung
Wenn man die genannten Voraussetzungen betrachtet, so fällt auf, dass eine der Bedingungen im Alltag fast immer erfüllt ist, denn Sauerstoff ist fast immer vorhanden. Daraus ergibt sich, dass ein Brand immer schon dann möglich ist, wenn sich in unmittelbarer Nachbarschaft eine Wärmequelle, d.h. ein (potentielles) Zündmittel und brennbarer Stoff befinden. Unter dieser Voraussetzung ist schon eine Brandgefahr gegeben.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Brände, richtiges Verhalten bei Brand
Zur Abwehr der Brandgefahr ist das zweckmäßige und sichere Benutzen von Feuer sowie das Wissen um die Brandgefahr bei den im täglichen Gebrauch befindlichen möglichen Zündquellen und brennbaren Stoffen wichtig. Dabei können als Zündquelle schon ein Heizlüfter, eine Zigarette, ein heißgelaufener Elektromotor oder eine Schadhafte Elektroinstallation dienen. Eine kleine Zündquelle kann schon ausreichen, um brennbare Dämpfe von Klebern, Benzin oder Spiritus zu entzünden.
Dieses vorbeugende Verhalten wird ergänzt durch Maßnahmen des abwehrenden Brandschutzes. Dabei lässt sich unterscheiden zwischen:
Maßnahmen zum sichern des eigenen und fremden Lebens
- Zur richtigen Alarmierung der Feuerwehr über Telefon sind die folgenden Angaben zu machen:
- Wer meldet den Brand? (Name)
- Wo brennt es? (Ort, Strasse, Hausnummer, ggf Stockwerk)
- Was brennt? (Wohnung, Küche, Werkstatt, Scheune, Wiese)
- Sind Personen in Gefahr oder verletzt?
Anschließend sollte das Telefongespräch nicht gleich durch Auflegen des Hörers beendet werden, da die Feuerwehrangehörigen in der Leitstelle noch Nachfragen haben können oder Ratschläge erteilen wollen.
- Unmittelbar gefährdete Personen sind zu warnen, damit sie sich retten können. Es ist unbedingt darauf hinzuweisen, dass man hierbei kein Risiko eingehen darf.
- Bei einem Brand in einem geschlossenen Raum ist folgendes zu beachten:
- Fenster und Türen bei Verlassen des Brandraumes schließen
- Wenn der Fluchtweg versperrt ist, Fenster öffnen und sich bemerkbar machen
- Keinen Aufzug auf der Flucht benutzen.
Maßnahmen zur Brandbekämpfung
Durch Entziehen einer der Voraussetzungen des Verbrennungsvorganges wird das Feuer gelöscht
- Entziehen des brennbaren Stoffes (Beispiel: Schlagen von Schneisen bei einem Waldbrand, Abstellen der Gaszufuhr bei brennbaren Gasen)
- Entziehen des Sauerstoffs (Beispiel: löschen mit Wolldecke, Schaum oder Pulver)
- Entziehen der Zündtemperatur (Beispiel: Löschen mit Wasser)
Man unterscheidet verschiedene Löschmethoden:
- Die gebräuchlichste Löschmethode bei brennbaren festen Stoffen, die Glut bilden, ist das Abkühlen des brennbaren Stoffes mit Wasser
- Die gebräuchlichste Löschmethode bei Flüssigkeiten ist das Unterkühlen mit anschließendem Löschen der Flamme durch Schaum. Ein direktes Löschen mit Wasser ist fast immer unmöglich, da Wasser schwerer ist als die meisten brennbaren Flüssigkeiten.
- Die gebräuchlichste Löschmethode bei Gasen ist der Entzug des brennbaren Stoffes durch Zudrehen der entsprechenden Ventile. Man kann die Flamme des Gases auch durch Pulver löschen, jedoch ist hierbei zu berücksichtigen, dass weiter ausströmendes Gas ein explosives Gemisch bilden kann, welches in Verbindung mit einer Zündquelle (z.B. anlaufender Automotor) explodieren kann
Alarmierung der Feuerwehr
Je nachdem, wo der Notruf aufläuft, erfolgt die Alarmierung der Einsatzkräfte der Feuerwehr auf verschiedene Art. Nimmt eine Zentrale auf dem Lande den Notruf entgegen, so löst diese bei der zuständigen Freiwilligen Feuerwehr den Alarm über Sirene oder Funkmeldempfänger aus. In den Städten alarmiert die
Leitstelle die entsprechenden Einheiten der Berufsfeuerwehr und der jeweiligen Freiwilligen Feuerwehr.